Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player.

Startseite PDF zum runterladen Funken  LINK Seite Gästebuch Die ersten Bauern in SH Flintverarbeitung  Flint Pfeilspitzen  Querschneiden Kernbeilherstellung Scheibenbeil Flintbeil - geschliffen Flint Dolch & Messer Flintmeißel Mini Flintwerkzeuge Geschäfteter Abschlag Geschäftete Klingenabschläge  Knochenkeule ? Schlagsteine Eine Dechsel herstellen Beitel  Scheibenkeule Schleifen Perforation Knochen Geröllkeule Schwein Geröllkeule-Hammel Geröllkeule-Hammel 2 Geröllkeule & Schäftung Scheibenkeule Schäften Bohrretuschen Flint zerkleinern Baumpilz-Feuer 1 Baumpilz-Feuer 2 Geweih & Knochen Bearbeiten Geweih Bearbeiten Geweihäxte  Stichelarbeiten 1 steinzeitliche Fischerei Knochen zerteilen Schnüre und Seile  Fischerei Geräte Knochen Angelhaken 1 Knochenangelhaken Hering Bruchtest v Bastschnur Lindenbast Netz  Lindenbast Lindenbastfilm 1 Lindenbastfilm 2 Linden-Trog Knochennadeln Körbchen aus Lavendel Mais Seil und Gefäß 

Geweih & Knochen Bearbeiten

Text & Fotos M.Pfeifer

Rothirschgeweih Bearbeiten

Steinharte - Knochenarbeit

Die Bearbeitung von Rothirschgeweih ist recht einfach mit den scharfen Flint-Sticheln. Der Länge nach wird die äußere Schicht ( Kompakta ) bis auf die innere und weichere Schicht ( Spongiosa ) mittels Stichel durchtrennt. Der so geschaffene lange Spahn wird ausgehebelt, sollte aber auch etwas der Länge nach eingeritzt werden, dieses kann nur seitlich geschehen, oder man baut sich eine Flintklinge bogenförmig an der Schneide, wie ein Halbmond. Der Spahn kann für div. Geräte genuzt werden. Nadeln, Pfrieme oder Spitzen aller Art. Da die Kompakta sehr hart und wiederstandsfähig ist eignet sie sich für viele Zwecke. Auch für kleinste Druckstäbe für die Flintbearbeitung eignen sich diese Spähne.Es muß sehr vorsichtig mit dem scharfen Flint gearbeitet werden, einmal seitlich Abrutschen kann je nach Handhabung sehr blutig enden.

Beim Abtrennen der Geweihsprossen schneide ich mit einer entsprechenden Flintklinge nur halbrund um die Sprosse. Es genügt wieder nur bis zur Spongiosa einzuschneiden. Der Schnitt zirkulär um die Sprosse muß nicht sein, da nach halber Durchtrennung der Kompakta die Sprosse abgebrochen werden kann. ( Zeitersparniss )Beim Schneiden sollte die Klinge einige Male gewendet werden, sie ,,frisst" sich fest wenn dieses nicht beachtet wird. Es muß immer eine V - förmigeSchnittspur entstehen können.Die unteren Fotos zeigen die typischen Merkmale der steinzeitlichen Durchtrennung, halb durchschnitten und dann gebrochen. Auf diese Weise wurden auch die T - Geweih - Äxte hergestellt.

Spongiosa

Kompakta

Diese Rothirschgeweihsprosse habe ich mit einer Flintklinge bearbeitet, die feinen Einschnitte stammen von einer frisch geschlagenen Klinge. Die scharfe Schneide kann nur unretuschiert so feine Schnitte ausführen, hätte ich die Schneide mit Retuschen "stabilisiert" , könnten so feine Einschnitte nicht entstehen.

Diesen kleinen Röhrenknochen von einem mir unbekannten Vogel (Ente ?) habe ich am Ostseestrand gefunden. Der vom Wasser und Sand feingeschliffene Knochen eignet sich sehr schön, um daraus einen kleinen Schmuckanhänger herzustellen. Mit dem abgebildeten Flintabschlag habe ich das Gelenksende abgetrennt und die kleinen Strichmuster eingeschnitten. Um die Schnitte farblich hervorzuheben habe ich mittels Holzkohle gearbeitet. Die Kohle wurde über dieEinschnitte gerieben, so das die Einkerbungen sich mit der Kohle füllten. Um nun die "Farbe" fest und dauerhaft an demKnochen zu fixieren, habe ich ihn mit Bienenwachs eingerieben. Dadurch legt sich eine Wachsschicht über den Knochen und die mit Kohle aufgefüllten Einschnitte. Danach wurde der Knochen mit einem weichen Leder abgerieben, um dierestlichen Kohle und Wachsreste zu entfernen.

Diese Rothirschgeweihsprosse mußte ersteinmal von der rauen Außenhaut befreit werden, um feine Einritzungen anbringen zu können. Mit einem Scheibenbeil habe ich die gröberen Unebenheiten entfernt. Danach wurde mit Flintabschlägen die Oberfläche geglättet. Die feinen Einschnitte wurden auch mit Flint eingeschnitten. Auch hier habe ich mit Holzkohle und Bienenwachs die Farbe aufgetragen, nur wurde hier verflüssigtes Wachs benuzt. Nach dem Auftragen mußten die Wachsreste vorsichtig abgeschabt werden. Die so aufgetragene "Farbe" ist sehr dauerhaft und sogar wasserfest.

Als ich diesen Schweinezahn sah, mußte ich an eine Pfeilspitze denken. Mir war aber nicht klar wie lange ich an diesem harten Material arbeiten mußte, es ist viel härter als Knochen. Mit verschiedensten Flintabschlägen habe ich über drei Stunden gebraucht um die Spitze herzustellen.